Nach einer sehr entspannten Reise von Teneriffa nach El Hierro steige ich in meinen Mietwagen, um gemeinsam mit unserem lokalen Agenten die Insel zu entdecken. Er ist inzwischen angekommen und ich fahre hinter ihm her. Die Straße steigt schnell in Richtung der „Hauptstadt“ Villa de Valverde an. Hier legen wir direkt einen ersten Stopp in einer lokalen Bar und einem Restaurant ein. Bei einer köstlichen Tasse Kaffee lerne ich typische Spezialitäten von El Hierro kennen. Der Tisch füllt sich schnell mit kalten und warmen Tapas. Von Fleisch bis Fisch, alles schmeckt hervorragend. Während wir essen, besprechen wir die Pläne für die kommenden Tage und er erzählt mir viel über diese wunderschöne Insel. Zum Abschluss wird der Tisch noch einmal mit süßen Desserts gefüllt. In den nächsten Stunden muss ich jedenfalls nichts mehr essen. Meine erste Schlussfolgerung steht fest, die Gastronomie auf El Hierro ist fantastisch.
El Hierro ist eine der kleinsten und die westlichste Insel der Kanarischen Inseln. Die Insel ist sehr bergig und von vielen steilen Klippen geprägt. Touristen gibt es hier nur wenige. Das liegt sicherlich auch an der Erreichbarkeit, obwohl der Inlandsflug mit Binter Canarias sehr komfortabel war.
Die Insel ist geprägt von unberührter Natur und es gibt keinerlei Anzeichen von Industrie. El Hierro bietet viele unterschiedliche Landschaften. Im Inneren ist es hoch gelegen und an der Küste ragen Klippen von mehr als eintausend Metern aus dem Ozean. Durch die zerklüftete Küste, Felsen und Riffe gibt es praktisch keine Sandstrände. Dadurch sind die natürlichen Schwimmbecken entstanden. Diese Naturpools sind ruhige Wasserbecken, die sich mit Meerwasser füllen, ganz ohne menschliches Zutun. Lediglich die Treppen wurden von Menschen angelegt. In den Naturpools von Charco Azul, La Caleta und Pozo de las Calcosas können Sie wunderbar im Wasser des Atlantiks baden.
Ich setze meine Reise nach La Frontera fort, zu meiner Unterkunft. Frontera liegt in der Mitte der Insel. Durch die felsige Landschaft ist der Ort nur über den Nordosten der Insel erreichbar. Bei meiner Unterkunft angekommen, werde ich mit einem schönen Apartment belohnt, das im typischen kanarischen Stil von El Hierro gebaut ist. Hier verabschiede ich mich von unserem lokalen Agenten. Morgen bin ich alleine unterwegs. Zuerst genieße ich jedoch die Aussicht. Sie ist schlichtweg phänomenal. Auf meiner Terrasse sehe ich der Sonne zu, wie sie im Atlantik untergeht. Schnell wird es dunkel und sehr still. Die einzigen Geräusche kommen vom Meer und aus der Natur.
Nach einer herrlichen Nacht breche ich früh auf, um den Rest dieser wunderschönen Insel zu erkunden. Das Straßennetz auf El Hierro ist sehr gut. Überall führen gute Straßen zu den größeren Orten. Besonders die Ost- und Nordseite sind gut erreichbar. Die Südseite ist mit dem Auto etwas schwieriger zu erreichen.
Ich besuche El Sabinar im Nordwesten von El Hierro. El Sabinar ist bekannt für seine Wacholderbäume. Die Bäume und ihre Äste sind durch den ständigen Wind krumm gewachsen. Diese alten Bäume sind besonders schön und außergewöhnlich. Der Wacholder ist eines der Symbole von El Hierro.
Ich fahre weiter in den Südwesten zum Parque Rural de Frontera. Dieses geschützte Naturgebiet bietet Wälder, trockene Ebenen und eine raue Vulkanlandschaft. Hier sind viele Wanderwege angelegt.
Leider ist die Zeit gekommen, um meinen Rückflug nach Teneriffa anzutreten. Auf dem Weg dorthin halte ich noch am Aussichtspunkt Mirador de La Peña. Dieser liegt auf 645 Metern Höhe im Norden von El Hierro. Von hier aus haben Sie einen weiten Blick über die Insel und das Meer. Dieses besondere Tal ist durch einen gewaltigen Erdrutsch entstanden. Der Aussichtspunkt wurde von César Manrique entworfen, dem weltberühmten Architekten der Kanarischen Inseln.